Gold Swiss International Commodity AG


Edelmetalle

Edelmetalle haben ihren Namen nicht vordergründig für ihren Materialwert bekommen: Als „edel“ werden sie aufgrund ihrer sehr hohen Korrosionsbeständigkeit bezeichnet. Im Gegensatz zu Metallen wie Eisen oder Kupfer, bei denen bereits geringste Witterungseinflüsse zur Bildung von Rost oder Grünspan führen, bleiben Edelmetalle auch unter widrigen Bedingungen weitgehend unverändert.

Darüber hinaus sind Edelmetalle vergleichsweise selten, wenngleich es hinsichtlich der Häufigkeit auch innerhalb der Gruppe deutliche Unterschiede gibt. Eine beständige Nachfrage nach Edelmetallen besteht seit Urzeiten. Anfänglich dienten sie vor allem der Herstellung von Münzen oder Schmuck, waren aber auch in jeder anderen Form eine sichere Wertanlage. Mittlerweile gewinnen Edelmetalle auch im technischen Bereich, insbesondere in der Mikro- und Nanotechnik, eine zunehmende Bedeutung. Daher ist die Nachfrage nach Edelmetallen auch für die Zukunft gesichert. Edelmetalle zählen zu den wenigen inflationssicheren Krisenwährungen. Daher steigt die Nachfrage erfahrungsgemäß an, wenn die Wirtschaft zu schwächeln beginnt.

Die Gruppe der Edelmetalle

Gold ist der bekannteste Vertreter der Edelmetalle und kann auf die längste Geschichte zurückblicken. Die ältesten bekannten Artefakte aus Gold sind mehr als 6.000 Jahre alt. Bei diesen handelt es sich um Schmuck, der in Form von Grabbeigaben gefunden wurde.

Gegenwärtig gelangt rund die Hälfte des global gehandelten Goldes in die Schmuckindustrie. Ein Drittel wird von institutionellen wie privaten Anlegern erworben und rund zehn Prozent werden in Industrie und Medizintechnik benötigt. Auch die Goldankäufe der Zentralbanken haben nach der Wirtschaftskrise 2008 wieder deutlich zugenommen.

Die Entwicklung des Goldpreises ist heute abhängig von unterschiedlichsten Faktoren. Neben Angebot und Nachfrage spielen hier beispielsweise auch die Entwicklung der globalen Leitwährungen sowie der Rohölpreis wichtige Rollen. Zweimal täglich wird der Preis je Feinunze Gold von einem international zusammengesetzten Gremium in London festgelegt. 

Das extrem seltene Platin wurde bereits vor rund 5.000 Jahren erstmalig genutzt, konnte lange Zeit aber nicht den Nimbus des Goldes erreichen. Im Gegenteil: Noch im 17. Jahrhundert erschien es den Goldsuchern in den jungen Kolonien Spaniens als lästiger Nebenfund, der meist wieder in die Flüsse zurückgeworfen wurde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte man Platin jedoch als eigenes Edelmetall identifiziert.

Das Edelmetall, das aufgrund seiner Seltenheit und materialtypischen Eigenschaften rund sechzig Mal so wertvoll ist wie Silber, wird gerne für die Schmuckherstellung genutzt. Darüber hinaus weist es bestimmte chemische Eigenschaften auf, die es für den industriellen Einsatz interessant machen. Auch ist Platin in der Krebstherapie wirksam und daher Bestandteil bestimmter Medikamente.

Der Wert des Platins unterliegt starken Schwankungen. Allein im Krisenjahr 2008 stieg der Platin-Preis im März auf einen historischen Höchststand deutlich über dem Goldpreis, um dann bis in den Oktober einen
dramatischen Preisverfall zu erleben.

Analog zum Goldfixing wird auch der Platinpreis beim sogenannten Platin- und Palladiumfixing zweimal täglich am London Platinum and Palladium Market (LPPM) festgelegt.

Palladium ist ein Element, das aufgrund seines ähnlichen chemischen Verhaltens zu den Platinmetallen gezählt wird. Entdeckt wurde es durch Zufall, als Verfahren zur Verarbeitung von Platinerzen erforscht wurden. Obwohl es sich um ein Edelmetall handelt, ist es deutlich reaktiver als Platin.

Palladium findet in der Schmuckindustrie Verwendung, etwa als wichtiges Element des Weißgoldes. Darüber hinaus wird es in der Elektro- und Medizintechnik eingesetzt. Aufgrund seiner hervorragenden katalytischen Eigenschaften ist die Nachfrage nach Palladium mit der Erfindung des Katalysators auch im Bereich des Automobilbaus sprunghaft angestiegen.

Zwischenzeitlich erreichte die Nachfrage ein Niveau, das durch den Abbau in den natürlichen Lagerstätten nicht mehr bedient werden konnte. Mittlerweile finden allerdings Verfahren Anwendung, in denen Palladium aus gebrauchten Katalysatoren wieder zurückgewonnen wird.

Der zweimal täglich am London Platinum and Palladium Market (LPPM) festgelegte Palladiumpreis bewegt sich etwa seit Ende der 1990er Jahre ungefähr auf der Höhe des Platinpreises, nachdem er davor jahrzehntelang deutlich unter diesem notiert wurde. Dies ist mit der verstärkten Nachfrage nach Palladium seitens der Industrie zu erklären. 

Silber ist das häufigste aller Edelmetalle und wird bereits seit rund siebentausend Jahren verarbeitet. Da man es in vielen Regionen der Welt finden konnte (und nach wie vor finden kann), konnte sich der Mythos von Silber bereits früh von Norwegen bis ins nördliche Afrika ausbreiten. Auch im deutschsprachigen Gebiet gab es einst bedeutende Lagerstätten, etwa im Harz oder im südlichen Schwarzwald.

Erfahrungen im Abbau zeigen, dass Silber rund zwanzig Mal so häufig gefunden wird wie Gold, was sich natürlich auch auf dessen Wert auswirkt.
Aufgrund der materialspezifischen Eigenschaften und der relativen Häufigkeit wird Silber bereits seit vielen Jahrhunderten nicht nur für Schmuck, sondern auch zur Herstellung von Geschirr und Besteck genutzt. Silber wirkt antibakteriell und findet sich daher auch in diversen Wundsalben und Medikamenten. Womöglich haben frühe Beobachtungen dieser Wirkungen (die man sich damals noch nicht erklären konnte), zum mythologischen Nimbus des Silbers beigetragen: In Märchen und sagen gilt Silber als Wunderwaffe gegen Werwölfe.

Der Wert von Silber wurde bis zum 14. August 2014 beim Londoner Silberfixing festgelegt. Nach Vorwürfen der Preismanipulation gegen die beteiligten Bankhäuser wurde das Silberfixing zu dem genannten Termin eingestellt. Seither wird der Silberpreis nicht nur am Finanzplatz London, sondern auch in Tokio und New York (zu unterschiedlichen Tageszeiten) festgeschrieben. 

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